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Beat Frutiger

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Normalerweise arbeite ich als Bodypainter und Fotograf mit Models. Das geht jetzt nicht! Als "Einsiedler" habe ich 5 Fotos von berühmten Eremiten gestaltet. Der Arbeitsprozess ist auf youtube dokumentiert: https://www.youtube.com/watch?v=24El3qeSSkI https://www.youtube.com/watch?v=K7k83ngvv-c https://www.youtube.com/watch?v=U4SMWVsPMp8 Zusätzlich ist ein Buch erschienen: CORONA HAIKU ZENGA PHOTO www.epubli.de/preview/98083 mit Beitrag auf Behance: https://www.behance.net/gallery/96039677/CORONA Das Buch stellt 12 essentielle Lebens-Fragen im Zusammenhang mit Corona und illustriert diese Fragen mit Tuschezeichnungen und Fotos. Beispielsweise zu Hieronimus: Die Frage des Glaubens Hieronimus Haben sie schon über das Sterben nachgedacht und haben sie eine Patientenverfügung? Wenn eine Bedrohung wie das Coronavirus nahe kommt, werden solche Fragen dringend. Auch die Frage, was denn nach dem Tod kommt, wird vermutlich aktuell vermehrt gestellt, wie wenn der Tod erst jetzt unser ständiger Begleiter wäre. Carlos Castaneda schreibt in „Reise nach Ixtlan“ und „Das Rad der Zeit“, dass der Tod ewig unser Gefährte und weiser Ratgeber sei. Immer wenn Vernichtung droht, kann man ihn fragen, ob dem wirklich so sei und dann feststellen, dass man sich irrte. Der Kirchenvater Hieronimus wird oft mit einem Totenschädel dargestellt, auf den er mit dem Finger zeigt. Er ist der Verfasser der lateinischen Übersetzung der Bibel, der Vulgata, und er hatte einen prägenden Einfluss auf die Theologie und den Glauben der christlichen Kirche. In einer Vision wird er von einem himmlischen Richter wegen seiner weltlichen Einstellung ausgepeitscht. Strafen im Jenseits für Verfehlungen im Diesseits sind gewiss eine wesentliche Ursache für die Angst vor dem Tod. Mit dieser Angst hat die Kirche erfolgreich Machtpolitik betrieben. Wie prägend und absurd Glaubensvorstellungen sind, sehen wir vor allem bei den anderen, bei unseren Feinden, den Islamisten, die nach dem Selbstmordattentat garantiert in den Himmel kommen, mit Jungfrauen zu ihrer Ergötzung. Es ist eine Frage des Glaubens (der Überzeugung im Denken von etwas, das man nicht erfahren kann) was nach dem Tod kommt, ob man dafür bereit ist. Tod mein Ratgeber, du bist ganz nah hinter mir, noch hast du mich nicht. Death, my advisor, you are so close behind me, you don‘t have me yet. Oder das Beispiel Symeon: Die Frage nach Raum und Distanz Symeon „Wie viel Erde braucht der Mensch?“ heißt eine Erzählung von Lew Nikolajewisch Tolstoi. Sie handelt von einem Bauern, der mit seinem Landbesitz nie zufrieden ist und immer mehr will. Als er die Gelegenheit erhält, ein Stück Land zu erwerben, so groß, wie er es in einem Tag umrunden kann, überschätzt er sich und bricht am Schluss vor Anstrengung tot zusammen. Er erhält ein Grab, so groß, wie das Stück Land, das er ausgestreckt mit seinem Körper bedecken kann. Symeon Stylites übte sich um 400 n. Chr. darin, an einem kleinen Ort zu verharren, zuerst, indem er sich ankettete, dann indem er auf einer Säule auf einer Fläche von ungefähr zwei Quadratmetern lebte. Allerdings suchte er sich dafür, wie die meisten Einsiedler, einen Ort in der Einsamkeit, ohne den sozialen Dichtestress der Menschen. Er hatte viel soziale Distanz um sich herum, nicht wie die Mitglieder einer Party, die Fussballfans im Stadion, die Gläubigen in Kirchen und an Wallfahrtsorten, die Bewohner und Bewohnerinnen von Favelas und Flüchtlingscamps und die Wanderarbeiter in Indien. Braucht es 18 Meter soziale Distanz, wie bei der Säule von Symeon, oder 2 Meter wie in der Schweiz oder nur 1.5 Meter wie in Deutschland? Die Frage, wie viel Erde und Distanz der Mensch braucht, ist wirklich eine Überlegung wert. Auf ganz engem Raum ausharren in Askese und beten wie Simon. In the smallest space persevere in ascetism and pray like Simon.